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Von Zielen zu Umsetzung – Neuer Bericht “Make Up The Future” verdeutlicht Wandel der Nachhaltigkeit in der Beautybranche

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  • Die Beautybranche erreicht einen Wendepunkt: Nachhaltigkeit entwickelt sich von Zieldefinition und Reporting hin zu messbarer Umsetzung entlang der Wertschöpfungskette.
  • Die Industrie etabliert sich als Beispiel für vorwettbewerbliche Allianzen. Initiativen wie TRASCE, EcoBeautyScore und gemeinsame Dateninfrastrukturen zeigen, wie Unternehmen Komplexität durch kollektive Standards und Transparenz bewältigen.

Berlin, 20. Februar 2026 – Die globale Beauty-Branche befindet sich an einem entscheidenden Punkt ihrer nachhaltigen Transformation. Nachhaltigkeit ist nicht länger ein isoliertes Zukunftsziel. Sie wird zunehmend zu einem zentralen Faktor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zu dieser Erkenntnis kommt der Bericht Make Up the Future – Second Edition von Quantis. Auf Basis aktueller Daten, wissenschaftlicher Analysen und Praxisbeispiele führender Unternehmen beschreibt der Bericht den aktuellen Stand der Branche. Er zeigt auf, welche strategischen Prioritäten und fundierten Maßnahmen erforderlich sind, um den nachhaltigen Wandel wirksam voranzubringen.

Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2020 ist der globale Kosmetikmarkt weiter gewachsen und stärker konsolidiert. Expansion in neue Regionen, Wachstum im Premiumsegment sowie Fusionen und Übernahmen haben den Wettbewerb neu geordnet. Gleichzeitig haben Klimaveränderungen, zunehmender Druck auf natürliche Ressourcen, strengere regulatorische Anforderungen und veränderte Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Nachhaltigkeit ist heute Voraussetzung für wirtschaftliches Handeln und ein entscheidender Hebel für langfristige Stabilität, sofern sie konsequent umgesetzt wird.

Quantis analysiert und kategorisiert diese Entwicklungen in drei Stufen: Auf Industrieebene, auf Unternehmensebene und auf Produktebene.

Auf Industrieebene beschleunigen regulatorische Anforderungen und steigende Erwartungen an Transparenz die vorkompetitive Zusammenarbeit. Durch Investitionen in gemeinsame Infrastrukturen kann zunehmender Komplexität in der Regulatorik begegnet werden. Beispielsweise sind in der International Nomenclature of Cosmetic Ingredients aktuell mehr als 35.000 Inhaltsstoffe gelistet. Diese Komplexität macht deutlich, dass nachhaltiger Fortschritt nur durch gemeinsame Datennutzung möglich ist. Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette engagieren sich in Initiativen wie der TRaceability Alliance for Sustainable CosmEtics (TRASCE), dem EcoBeautyScore (EBS), und der Sustainable Packaging Initiative in Cosmetics. Ziel ist es, gemeinsame Datenstandards zu etablieren, Rückverfolgbarkeit zu verbessern und eine konsistente Kommunikation gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern zu ermöglichen.

Auf Unternehmensebene zeigt der Bericht die zentrale Rolle der Lieferkette. Rund 95 % der klima­relevanten Auswirkungen eines Kosmetikherstellers entstehen außerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit. Sie fallen vor allem bei der Rohstoffgewinnung und der Herstellung von Verpackungen an.

Während Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 in vielen Unternehmen bereits schrittweise reduziert wurden, bestehen weiterhin Lücken bei den Klimadaten von Lieferanten. Nur 7 % Prozent der Unternehmen mit Netto-Null-Zielen erfüllen derzeit zentrale Datenintegritätskriterien. Dazu zählen klar definierte Zwischenziele, belastbare Transformationspläne und eine transparente Berichterstattung über Fortschritte. Angesichts der näher rückenden Ziele für 2030 ergeben sich daraus wachsende regulatorische und finanzielle Risiken. Entscheidungen in Strategie, Beschaffung, Forschung und Entwicklung, Marketing sowie im Finanzbereich sind daher entscheidend. Sie bestimmen, ob Nachhaltigkeit wirksam gesteuert wird und ob ihr wirtschaftlicher Mehrwert messbar belegt werden kann.

Auf Produktebene verdeutlicht der Bericht, wie stark die tägliche Nutzung den Umweltfußabdruck beeinflusst. Bei einigen Kosmetikprodukten entstehen bis zu 70 % der Umweltwirkungen in der Nutzungsphase. Haupttreiber sind Wasser- und Energieverbrauch bei Routinen wie Waschen und Ausspülen.

Damit rückt das Produktdesign in den Mittelpunkt. Es umfasst Inhaltsstoffe, Formulierung, Verpackung, Anwendung und das Lebensende eines Produkts. Forschung und Entwicklung setzen zunehmend auf Ökodesign-Ansätze. Gleichzeitig erweitern Innovationen in Biotechnologie, Fermentation und regenerativer Landwirtschaft das Spektrum verfügbarer Materialien. Der Bericht verdeutlicht, dass Hersteller und Händler eine aktivere Rolle spielen müssen, nicht nur bei der Herstellung und Vermarktung von Produkten, sondern auch bei der Art und Weise, wie diese verwendet werden.

“Die Beauty-Industrie steht an einem klaren Wendepunkt. Nach Jahren der Zieldefinition hat sie sich auf den Weg zur Umsetzung gemacht sagt Sophie Herrmann, Managing Director von Quantis Germany. “Es gibt viele Beispiele, wie sie nicht mit lauten Ankündigungen, sondern konkreter und konsequenter Umsetzung überzeugt – und das sowohl in kollektiven Ansätzen als auch den Aktivitäten einzelner Unternehmen oder den Lieferketten. Wir beobachten die Verankerung von Nachhaltigkeit in verschiedenen Unternehmensbereichen von Innovation und Produktdesign bis zum Einkauf.”

Weitere Informationen

Der vollständige Bericht Make Up the Future – Second Edition steht hier zum Download bereit: https://quantis.com/reports/make-up-the-future-second-edition/


Medienkontakt Quantis Germany

Maria Teresa Tabarelli
tabarelli.mariateresa@quantis.com
Mobil: + 49 1622 0095 20

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